BPB-mit-einigen-Werken-webAuszug aus einem Interview mit BPB

DKJ: Sie haben als Schriftsteller zahlreiche Bücher geschrieben, sind auch ein anerkannter Lyriker und Mitglied des PEN. Nun treten Sie verstärkt mit Ihrem bildnerischen Werk an die Öffentlichkeit. Warum erst jetzt?

BPB: Ich hatte in der Vergangenheit nie das Interesse meine Bilder öffentlich zu machen. Ich habe sie eigentlich für mich geschaffen, der Prozess der Transformation während der zahlreichen Arbeitsschritte faszinierte mich. Durch mein Interesse für die Kunst lernte ich viele Künstler kennen, von denen einige mich aufforderten, meine Arbeiten doch endlich mal öffentlich zu zeigen. Diese Aufmunterung gab mir schließlich den Impuls meine Zurückhaltung zu überwinden.

DKJ: Weshalb haben Sie nicht einfach den klassischen Weg über Ausstellungen in Galerien gewählt, sondern über das Internet. BPB und Blaue Venus-verkleinert

BPB: Wir reden heute in der Businesswelt über die Digitale Transformation. Da lag es ganz selbstverständlich nahe für einen Künstler, der gerne digital arbeitet, den Weg über das Internet zu wählen. Das hat nebenbei auch den Vorteil, dass ich selbst bestimme, wo es lang geht, das ist mir sehr wichtig. Allerdings sind künftig bereits Ausstellungen in Galerien geplant, insofern bleibt das Internet zwar mein digitales „Heimspiel“, die konventionellen Wege sind deshalb ja nicht ausgeschlossen, bekanntlich führen viele Wege nach Rom.

DKJ: Sie verwenden teils grobe Strukturen und leuchtende Farben, teils sehr düstere Szenarien.

Raum 1 - 20151014_210226BPB: Wir leben in einer Welt, deren Schönheit extrem bedroht wird durch Lässigkeit im Umgang mit der Natur. Dazu menschlichen Beziehungen, in denen die Liebe durch Kosten-Nutzen-Mentalität zerstört wird, ebenso wie uns fanatische, fehlgeleitete Menschen ganz persönlich mit Folter und Mord bedrohen. Diese Konflikte im menschlichen Sein spiegeln sich in meinem Werk wieder, im Guten wie im Bösen, im Schönen wie im Hässlichen. Für mich ist Poesie Malen mit Worten und Malen ist Poesie in Farben und Formen.

 

(c) Das Kunst Journal 2015